Die Zürcher Vokalisten präsentieren zeitgenössische Chorwerke, die von gregorianischen Chorälen inspiriert sind. Auf dem Programm stehen Werke von John Tavener, Maurice Duruflé, Arvo Pärt, Morton Lauridsen, Jaakko Mäntyjärvi, Eric Whitacre und anderen.

So vielfältig und abwechslungsreich sich dieses Programm auch präsentiert, so ist es dennoch geprägt von einer Gemeinsamkeit, die alle Werke verbindet: dem Rückgriff auf die mittelalterlichen gregorianischen Choräle. Deren Charakter wird übernommen oder in einigen Werken direkt zitiert. So beispielsweise könnte die Melodie des Song for Athene von John Tavener (1993) in seiner klaren Melodik ohne weiteres aus dem 12. Jahrhundert stammen. Der Hymnus wurde 1997 vom Westminster Abbey Choir an der Beerdigung von Prinzessin Diana gesungen und begründete die zunehmende Bekanntheit des britischen Komponisten.

Ebenfalls in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt man sich, wenn man Jaakko Mäntyjärvis Ave Maria hört. Vor dem Hintergrund eines gregorianischen Chorals sprechen die Frauenstimmen ihre Worte individuell durcheinander. Melodik und Harmonik stammen zwar von Mäntyjärvi, sie sind aber darauf angelegt, vom Publikum als typischer gregorianischer Gesang wahrgenommen zu werden.

O Magnum Mysterium – Das sich in immer wieder neuen Ausprägungen formulierende Geheimnis bezieht sich auf die Menschwerdung Gottes. Das gleichnamige Werk des amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen ist das Highlight des Konzerts: ein reicher, voller Gesang, ein Fest des Staunens und der Freude über das unbegreifliche Wunder. Eric Whitacres Alleluia hingegen entsteht aus einem einzigen Ton heraus. Die Komposition mit ihren langgespannten Bögen ist ein klassisches Beispiel zeitgenössischer amerikanischer Chormusik, die sich melodischer Kantabilität ganz selbstverständlich hingibt.

„Es ist überaus faszinierend zu entdecken, wie unterschiedlich sich zeitgenössische Kompo-
nisten von den gregorianischen Chorälen inspirieren lassen“, sagt Chorleiter Christian Dillig.

Die Zürcher Vokalisten
Der A-cappella-Chor wurde 2002 von Christian Dillig gegründet. Die aus 35 Sängerinnen und Sängern bestehende Formation führt anspruchsvolle Chormusik verschiedenster Epochen und Stilrichtungen auf. Ein Schwerpunkt liegt in der Einstudierung von zeitgenössischen Werken. In den letzten Jahren gelangten über 30 Projekte zur Aufführung. 2013 spielten die Zürcher Vokalisten ihre erste Studio-CD ein. Die beim deutschen Klassiklabel Spektral erschienene Aufnahme «Blue Bird» enthält Highlights aus zehn Jahren.

Samstag, 30. Januar 2016, Ref. Kirche, Küsnacht, 19 Uhr
Sonntag, 31. Januar 2016, Christuskirche, Rheinfelden (D), 17 Uhr
Mittwoch, 3. Februar 2016, Augustinerkirche, Zürich, 20 Uhr
Samstag, 6. Februar 2016, Stiftskirche, Tübingen (D), 20 Uhr (Gastauftritt)
Sonntag, 7. Februar 2016, Martin-Luther-Kirche, Trossingen (D), 17 Uhr

Eintritt Fr. 30.- (AHV/Legi ermässigt)
www.vokalisten.ch

(Text von Therese Jäggi und Sven Hinz).